SXSW REVIEW | Sophia Takals 'Grün' hat eine unheimliche sexuelle Dynamik, hört aber auf, ein Thriller zu sein

Als leiser, angespannter und experimentierfreudiger Sex-Thriller quält „Green“ tatsächlich. Autor-Regisseur-Star Sophie Takal bietet jedoch nicht die richtige Geschichte, um seine verlockenden Ideen zusammenzubringen. Dennoch kündigt „Green“ die Ankunft eines jungen Geschichtenerzählers mit einer unverwechselbaren Vision an, auch wenn es manchmal etwas trüb ist.



Die Geschichte beginnt mit dem Plappern von Mumblecore auf dem Autopiloten, als eine Gruppe von 20 Hipstern auf einer undefinierten House-Party herumsitzt und mit falscher Autorität über ihr literarisches Wissen spricht. Die Kamera richtet sich auf den geschwätzigen Sebastien (Lawrence Michael Levine) und seine leise gesprochene Freundin Genevieve (Kate Lyn Sheil) und stellt das Ungleichgewicht ihrer Beziehung fest, kurz bevor die Dinge wirklich kompliziert werden. Als die beiden aufs Land ziehen, damit der Journalist Sebastien seine Forschungen zur nachhaltigen Landwirtschaft weiterentwickeln kann, werden sie von einem unerwarteten Besucher empfangen - der lebhafte Robin (Takal) taucht in dem Haus auf, das sie untervermieten, und braucht einen Ort zum Absturz.

Die charmante Robin, deren südländischer Akzent die einzige Schwachstelle der Aufführung ist, ist eine liebenswürdige Frau, der die forcierte urbane Raffinesse des Paares fehlt. Sie überredet Genevieve, ihre Schüchternheit zu überwinden. Vielleicht indirekt scheint Robin auch den selbstinteressierten Sebastien zu verführen. Diese letzte Entwicklung könnte jedoch nur in Genevieve stattfinden, als sie anfängt, ein fehlgeleitetes Gefühl der Eifersucht zu empfinden und emotional instabil zu werden.

Mit einer stimmungsvollen Partitur, die sich durch jede Szene und üppige Außenaufnahmen zieht, bietet „Green“ eine bemerkenswerte audiovisuelle Anziehungskraft, selbst wenn die Erzählung zu schweben beginnt. Die Kernsituation birgt so viel Potenzial, dass das Fehlen einer Amortisation die nachhaltige Wirkung beeinträchtigt. Nach 77 Minuten endet „Green“ zu abrupt, als Genevieve's Übergang von introvertierter zu sexueller Aggression langsam an Fahrt gewinnt.

Todeswunschkasse

Doch Takal, zuletzt in der vergleichsweise skurrilen Serie „Gabi on the Roof in July“ (Regie Levine, Produzentin von „Green“) zu sehen, lässt die gesamte Handlung des Films unausgesprochen, ein kühner Schachzug. Jede Szene hat ein beinahe gespenstisches Gefühl, besonders wenn Genevieve beginnt, ihre Unsicherheiten auf Robin und Sebastien zu projizieren und sich vorstellt, dass sie eine Affäre haben. Die Quelle der Spannung liegt ganz im zerbrechlichen Verstand eines Charakters.

WIE WIRD ES SPIELEN? Zu seltsam für den Massenvertrieb, wird 'Green' wahrscheinlich nicht viel außerhalb des Festivals spielen, sollte aber Takal helfen, während sie ihre vielversprechende Karriere fortsetzt.

criticWIRE-Note: B +



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