SXSW-Rückblick 2016: „Tower“ bietet eine originelle Perspektive für das Tower-Shooting 1966 UT

Die Geschichte der Massenerschießungen geht oft in der Flut von Schlagzeilen über die heutigen Tragödien verloren. Die Ereignisse am University of Texas Tower in Austin im Jahr 1966 - als der 25-jährige Ingenieurstudent Charles Whitman mit einem Scharfschützengewehr das Feuer auf dem Campusplatz eröffnete, 14 Menschen tötete und weitere Punkte verletzte - verfolgen die Stadt, in der sie sich befanden, nach wie vor Platz. Das erste Mal, dass Whitman auf einem College-Campus einen solchen Angriff verübte, sorgte für internationale Medienaufmerksamkeit, inspirierte die Handlung von Peter Bogdonavichs Debüt „Targets“ von 1968 und war für immer mit dem Bild des höchsten Gebäudes des Campus verflochten. Der auffallend originelle „Tower“ von Regisseur Keith Maitland bildet das Drama mit einer Mischung aus Animation und zeitgenössischen Interviews nach und lässt die Katastrophe sofort wieder aufleben.

Die rasante Erzählung ist den außergewöhnlichen Erinnerungen zahlreicher Überlebender zu verdanken. Maitland erstellt einen spannenden Bericht über die Umstände des Massakers und legt die Analyse von Whitmans Motiven (er tötete auch seine Frau und Mutter) beiseite, damit andere ihn sezieren können. Stattdessen leitet der Film seine Faszination aus etwa 10 Interviews ab und kombiniert Voice-Over-Erzählungen mit einem ansprechenden rotoskopischen Animationsstil, der ihre Zeugnisse nachbildet.

Allmählich weichen die animierten Gesichter den realen, während der „Turm“ in die Gegenwart übergeht. Maitlands vielschichtiger Ansatz suggeriert 'Waltz With Bashir' von Errol Morris, dessen Zeugnisse durch expressionistische Effekte unterstrichen werden. Obwohl der letzte Akt nicht so scharf wie die Momente vor ihm ist, ist „Tower“ eine faszinierende Mischung aus Spannung und journalistischer Fragestellung.

Natürlich ergeben sich viele der beunruhigenden Eigenschaften des Materials aus den Ereignissen selbst. Es gibt kein besseres Zeugnis als das von Claire Wilson, die schwanger war, als sie mitten auf dem Platz erschossen wurde und eine Stunde auf dem heißen Zement neben ihrem toten Freund (inzwischen Dutzende von Zuschauern - und Nachrichtenkameras - gefangen war. schaute auf). Ihre furchterregende Tortur bietet eine Nahaufnahme des klaustrophobischen Grauens der Fußgänger, die in Whitmans Fadenkreuz gefangen sind.

Dies ist jedoch nur eine von zahlreichen Nebenhandlungen, da Maitland mehrere Perspektiven miteinander verbindet, um ein meisterhaftes Ensemble-Stück zu schaffen. Der Regisseur (der auch das Musikdokument „Ein Lied für Sie: Die Geschichte von Austin City Limits“, eine weitere Premiere von SXSW 2016, gedreht hat) hat Berichten zufolge ein Jahrzehnt damit verbracht, „Tower“ zusammenzusetzen, und die harte Arbeit zeigt, wie sich jeder erschreckende Strang ineinander verschmilzt der nächste. Besonders spannend ist die Erfahrung des Luftwaffen-Veteranen Allen Crum: Er verlässt sein Geschäft, um einem verletzten Kind zu helfen, wird schließlich von einem Offizier vertreten und steigt langsam auf die Turmspitze. Ihr schrittweiser Aufstieg zu Whitmans Position kann mit keinem großen Showdown im Westen mithalten.

Unterdessen spielt sich unten eine faszinierende Medienerzählung ab, in der ein Radiosender aufregende Menschenmengen und bewaffnete Bürgerwehren anzieht. Eine andere Figur erinnert sich, wie sie die Ereignisse aus einem Fenster beobachtet hatte, zu ängstlich, um den verletzten Opfern in der Mitte des Platzes zu helfen. Mit seiner hektischen Bearbeitungsstrategie und der ständigen Einbindung von Bildern bleibt „Tower“ immer in Bewegung, da er von fast jedem Fuß des Platzes aus zwischen Animation und Archivmaterial wechselt. Während die Dokumentarbilder die Ereignisse in der Realität festhalten, setzt die Animation bestimmte kritische Momente in Szene: Wenn Kugeln auf sie treffen, wird der Bildschirm hellrot, während Körper in einer weißen Silhouette auf den Boden fallen. Während „Tower“ zwischen lebendigen Farben und gegensätzlichen Grautönen hin- und herschaltet, fängt es den wechselnden Tenor jedes Augenblicks ein.

Schließlich findet der Film seinen Weg zum natürlichen Höhepunkt des Dramas, als der Beamte Houston McCoy mehrmals den Abzug drückte und den Schützen niederschlug. Aber dann wird der Fokus auf den heutigen Nachhall verlagert, wenn es zu einer ganz anderen Geschichte wird. Maitland befindet sich auf wackeligem Boden, als „Tower“ durch flüchtige Verbindungen zu zeitgenössischen Massenerschießungen, Gesprächen über Gesetze zum Tragen von Waffen auf dem Campus und die Wiedervereinigung verschiedener Überlebender flüchtig wird. Dies sind alles überzeugende Details, die im Vergleich zu den Sequenzen, die zu ihnen führen, möglicherweise nicht haltbar sind, und die sich viel zu lange hinziehen, um nur als Epilog zu dienen. Das unfokussierte Finale stummelt ein ansonsten ansprechendes Porträt.

Die Bilder der Überlebenden nach 50 Jahren bilden jedoch einen faszinierenden Kontrast zur Gegenwart. Wie einer von ihnen feststellt, sind keine Psychologen angereist, um ihnen bei der Bewältigung ihres Traumas nach den Schießereien zu helfen. Infolgedessen lebt der Terror mit ihnen weiter und 'Tower' erstellt ihn meisterhaft nach. Sie erleben diese entscheidenden Momente auf die gleiche Weise wie der Film. Der Film endet mit einem weiteren Bild aus der Vergangenheit, als zwei potenzielle Opfer erneut den Platz durchqueren, und dem anhaltenden Gefühl, dass jeder ein potenzielles Ziel ist.

Note B

„Tower“ wurde beim SXSW Film Festival 2016 uraufgeführt. Derzeit wird der Vertrieb angestrebt.

liebevoller Trailer 2016

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