RÜCKBLICK | Warum 'Hobo mit einer Schrotflinte' so verrückt ist

Das Verkaufsargument von „Hobo mit einer Schrotflinte“ ist sein ursprünglicher Reiz. Nicht weniger als D.W. Griffith hielt angeblich ein Mädchen und eine Waffe für die Mindestvoraussetzung für eine faszinierende Filmformel. 'Hobo' hat beides, plus reichlich übertriebenes Blut, einen verblassten Action-Star aus den Achtzigern und die schwindelerregende, unkonzentrierte Energie eines ADD-gespickten Samstagsmorgen-Cartoons. Der erste Spielfilm von Regisseur Jason Eisner zeigt eine ernsthafte Investition in billige Unterhaltung. „Hobo mit einer Schrotflinte“, beladen mit aufregendem Chaos, fühlt sich in seinem Engagement für Gewalt beinahe tribal.



Und das ist zumindest teilweise das Ergebnis seiner Entstehungsgeschichte. Die Prämisse des Films wurde ursprünglich in einem gefälschten Trailer für einen Wettbewerb von 2007 umrissen, um die Veröffentlichung von „Grindhouse“, dem nostalgisch aufgeladenen Doppelschein von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, zu fördern die Funktionen. Der 'Hobo' -Anhänger gewann nicht nur den Wettbewerb, sondern landete auch bei 'Grindhouse' für seine kanadische Veröffentlichung und integrierte diese herrlich eintönige Prämisse gründlich in Tarantinos und Rodriguez 'verrücktes Universum der Hommage.

einsamer Ort zum Sterben

Der 'Hobo' in voller Länge kehrt zu diesen Empfindlichkeiten zurück. Aber anstatt die Motive des Grindhouse-Kinos mit tieferen Zielen zu erweitern, wie Tarantino es könnte, lebt Eisner das Genre. Mit einem amüsanten Synthesizer-Score aus den Achtzigern und einem Smartphone in Sichtweite hätte „Hobo“ vor 30 Jahren am schmutzigsten Veranstaltungsort am Times Square nicht fehl am Platz ausgesehen. Der billig gedrehte Film wird dennoch von Karim Hussain mit einem kontrastreichen, körnigen Stil fotografiert, der die zerlumpte Welt widerspiegelt, in der Hauers anonymer Hobo lebt.

Der Hobo steigt aus dem Nichts in einen Zug und befindet sich in der wahnsinnig korrupten Hope Town (von ihren zerstörerischen Einwohnern in „Scum Town“ umbenannt). Innerhalb weniger Minuten wird er Zeuge der Possen des örtlichen Mob-Chefs The Drake (Brian Downey), der glücklich den Kopf seines Bruders herunterzieht, während der Körper in einem Mannloch baumelt. Eine spärlich bekleidete Frau badet in der anschließenden Blutexplosion. Und so kündigt der Film seine dreiste Formel an. Hauer sieht dementsprechend beschämt aus und verwandelt sich in den nächsten etwa 80 Minuten in einen wütenden Gesichtsausdruck.

Hauer fühlt sich offensichtlich wohl in der Rolle des verrückten Helden, murmelt unsinnige Monologe über die Tugenden der Bärenpossen und kündigt seine heroischen Absichten an, Gerechtigkeit für die verängstigten Bewohner von Scum Town auszuteilen. Nachdem er sich mit der ebenso smarten Straßenprostituierten Abby (Molly Dunsworth) zusammengetan hat, gibt der Hobo den Versuch auf, die schändlichen Polizisten der Stadt davon zu überzeugen, ihm zu helfen, und startet eine Ein-Mann-Armee gegen The Drake und seine schurkische Familie.

Die Geschichte beginnt erst zu schwinden, als er endlich die Schrotflinte in die Hände bekommt. An diesem Punkt hört Eisner auf, eine Geschichte zu erzählen und lässt die Dummheit übernehmen. Das heißt nicht, dass der Unterhaltungswert verschwindet; es verliert nur den Fokus und explodiert in ein Durcheinander von verrückten Versatzstücken. Der finale Showdown zwischen dem Hobo und einer Gruppe mittelalterlicher Bösewichte, bekannt als The Plague, macht sich daran, die Sinne zu blenden und erfolgreich zu sein.

Eisner hat schon früher mit diesem Format gespielt. In seinem verdrehten Kurzfilm „Treevenge“ stellte er sich eine rachsüchtige Gruppe von Weihnachtsbäumen vor, die die Familien ermordeten, die sie für die Feiertage gefangen hielten. 'Hobo' ist nicht ganz so einfallsreich, enthält aber eine ähnlich verrückte Kante, die nicht zu Lasten der Produktionswerte geht. Einzelne Szenen funktionieren gut, weil die Absurdität mit unerbittlichem filmischem Geschick inszeniert wird. ('Ja! Kino!', Rief ein Publikum bei der Sundance-Vorführung, an der ich teilnahm, als Hauer einen bösen Jugendlichen mit seinem Rohrstock erwischte.)

snl claire foy

Das Publikum hat sich zu ungeheuer selbstbewussten Wesen entwickelt; Von Reality-Shows bis hin zu Videospielen gibt es eine Vielzahl von Medien, die auf ihre Entstehung aufmerksam machen. Je transgressiver das Material, desto mehr Aufmerksamkeit erhält es. So wird „Hobo“ auf Mainstream-Ebene genauso anerkannt wie „The Human Centipede“ zuvor. (Sie können das 'Hobo' -Spiel auf Ihrem iPhone spielen und die grundlegende Handlung abrufen.) Das Phänomen, das 'Hobo' antreibt, besteht also aus einem alten Exploitation-Film, der in die Gegenwart importiert wurde und beweist, dass seine Attraktivität nur noch größer geworden ist. Diese Schlussfolgerung hat einige dunkle Implikationen für die menschliche Natur, aber zumindest weiß „Hobo“, wie man seine wahnsinnigen Ideen in eine lustige Fahrt umsetzt.

WIE WIRD ES SPIELEN? „Hobo“, das auf VOD bereits gute Ergebnisse erzielt, sollte in limitierter Auflage starke Zahlen generieren und weiterhin auf DVD auffallen.

criticWIRE-Note: B +



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