RÜCKBLICK | 'Ich sah den Teufel' ist Bloody Good Revenge

'Severely Damaged Souls' - der Titel einer Retrospektive über die Arbeit des koreanischen Regisseurs Kim Ji-woon, der derzeit an der Brooklyn Academy of Music arbeitet, beschreibt leicht die beiden verrückten Charaktere, die im Mittelpunkt seines neuesten Films 'I Saw the Devil' stehen. Das BAM-Programm leitet seinen Namen von der Sprache ab, die von koreanischen Zensoren verwendet wird, um ihre Entscheidung zu rechtfertigen, etwa 90 grausame Sekunden aus dieser angespannten Serienmördergeschichte zu entfernen. Der Vorwurf, dass nur sieben Schüsse 'die Würde der menschlichen Werte ernsthaft verletzen', ist nicht nur falsch, sondern auch ineffektiv. Das Herausheben dieses Teils des Materials aus dieser fast zweieinhalbstündigen Rachegeschichte kann nicht einmal den extremen viszeralen Aufprall beseitigen, der mit seiner DNA verschmolzen ist.



'Ich habe den Teufel gesehen' wird mit einem Mord im Schnee eröffnet. Der Psychopath Kyung-chul (Choi Min-sik) hat es sich weiterhin zur Gewohnheit gemacht, hilflose junge Frauen zu schnappen, wenn niemand da ist, und sie in Stücke zu hacken. Sein letztes Ergebnis ist jedoch mit einem Preis verbunden: Kyung-chul, der die schwangere Frau des verhärteten Regierungsagenten Soo-hyun (Lee Byung-hun) ermordet hat, sieht sich einer rachsüchtigen Wut ausgesetzt, als der Hinterbliebene Schurke wird.

wenn der Ast Dokumentarfilm bricht

Soo-hyuns Entscheidung, den Mörder seiner Frau aufzuspüren, ist nur der Anfang seines verdrehten Bewältigungsmechanismus. Fast eine Stunde nach der Verfolgung entdeckt und fängt er Kyung-chul, entschließt sich jedoch, ihn gehen zu lassen - allerdings mit einem Ortungsgerät. Das Spiel und die dunkle Psychologie, die es antreibt, werden immer komplizierter, als Soo-hyun beginnt, sein Ziel auf einem äußerst brutalen Weg der Vergeltung zu jagen.

Obwohl „I Saw the Devil“ größtenteils als Horrorfilm auf dem Festival programmiert ist, weicht es mit seiner Integration von Spionage im Cops-and-Robber-Stil und spannenden Nahkämpfen von der reinen Schreckentaktik ab, da sich die beiden Männer wiederholt gegenüberstehen andere. Soo-hyun ist zwar schneller und stärker als die Quelle seiner Trauer, kämpft jedoch darum, dass der wahnsinnig narzisstische Kyung-chul Gewissensbisse verspürt. Dieses gefährlichste Spiel geht geradewegs für die Halsschlagader.

Irgendwann überlebt Soo-hyuns unerbittliches Streben nach und Freilassen die Fähigkeiten des Regisseurs und die Prämisse fühlt sich überflüssig an. Seine Schocks werden taub und das Fehlen einer Kyung-Chul-Ursprungsgeschichte hinterlässt eine merkliche Lücke in der Handlung. Trotzdem enthält Kims Versuch, das Splatter-Genre für einen klassischeren Showdown einzusetzen, überzeugende Darbietungen und einen fantastischen Schwung, der die zugrunde liegende Spannung aufrechterhält.

Der Filmemacher entfernt sich von Kims letztem Ausflug, der westlichen Pastiche 'Das Gute, das Böse und das Unheimliche', und intensiviert die Erfahrung mit blutiger Folter, die bis ins kleinste Detail zutage getreten ist. Nahaufnahmen von gerissenen Sehnen und Wangen, die beide eher vom Agenten als vom Mörder verursacht wurden, veranschaulichen das Ausmaß von Soo-hyuns Wut. 'Der Bastard ist ein totaler Psycho', sagt der ursprüngliche Psycho, dessen Manie sich auf seinen Hunger auszubreiten scheint und die Sorgen von Familie und Freunden auf sich zieht. 'Er kann kein Monster werden, um gegen ein Monster zu kämpfen', sagt einer. Ob Kim diesen Übergang vollzieht oder nicht, bildet den Kern des Films, zusätzlich zu einem quälenden moralischen Dilemma, das sich durch keinerlei Zensur verringern lässt.

WIE WIRD ES SPIELEN? Die BAM-Serie und die weitverbreitete Wertschätzung für Kims Filme dürften zu starken VOD-Zahlen und einem anständigen Kinobesuch von Hardcore-Genre-Fans führen, die ihre limitierte Veröffentlichung anstreben werden. Die US-Eröffnung von 'I Saw the Devil' wird jedoch hauptsächlich dazu dienen, das Bewusstsein für 'The Last Stand', Kims bevorstehendes englischsprachiges Debüt, zu schärfen.

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criticWIRE-Note: B +



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