RÜCKBLICK | 'The Devil’s Double' porträtiert Uday Hussein als böse, aber sonst scheitert es

Es ist kaum zu glauben, dass 'The Devil’s Double' nicht die Absicht hat, aufgesetzt zu werden. Lee Tamahoris wilde Darstellung des hedonistischen Saddaam Hussein, der Uday Hussein hervorbringt, lässt den Charakter trotz seiner realen Handlung zu einer Farce werden. Dominic Cooper, der wie ein makaberer Groucho Marx aussieht, porträtiert Uday als einen blickenden, zigarrenstampfenden Frauenheld, der zwischen finsterem und kratzendem Hyänenquietschen wechselt.



Cooper nimmt auch eine zweite Rolle ein und spielt den unschuldigen Latif Yahia, Udays Doppelgänger, der gegen seinen Willen gezwungen wurde, Udays Körper zu verdoppeln. Als Yahia liefert Cooper eine überragende Leistung und trägt den benommenen Ausdruck eines guten Mannes, der im reinen Bösen gefangen ist. Er ist auch ein guter Schauspieler, der in einem schlechten Film gefangen ist.

Viele der Probleme mit 'The Devil’s Double' rühren von der Natur der Erzählung her. Der Film wurde eindeutig für ein englischsprachiges Publikum produziert und verwendet eine unlogische Methode, bei der Charaktere Englisch mit vage definierten „ausländischen“ Akzenten sprechen. Diese unglückliche Entscheidung erhöht nur eine synthetische Qualität, die jede Szene beherrscht. Coopers Doppelrolle ist eine ebenso transparente Spielerei: Die Männer sehen, nicht überraschend, wie Zwillinge aus. Der Kontrast ist eine ständige Erinnerung daran, dass Cooper besser mit leise gesprochenen Zeichen und nicht schlecht geskripteten „SNL“ -Charakterisierungen arbeitet.



Seit Udays Tod an der Seite von Bruder Qusay während der US-Invasion im Irak 2003 haben die Geschichten über Udays Possen eine globale Dimension angenommen. Die Veröffentlichung von Yahias Memoiren 2010 (auch mit dem Titel 'The Devil’s Double') unternahm große Anstrengungen, um Udays Schurkerei zu verdeutlichen, während er sein Verhalten einer wahnhaften Kraftreise zuschrieb. Durch Tamahoris Adaption wird Uday jedoch zu einem Comic-Monster, das in einem James-Bond-Film nicht fehl am Platz wäre. (Tamahori führte Regie bei einer der schwächeren Raten von Bond, 'Die Another Day'.)



'The Devil’s Double' verfügt jedoch nicht über die Kompetenz, den Verlauf des Thrillers dynamisch zu gestalten. Der Film steckt voller Ausbeutung der Klasse Z und ist für das Fernsehen gemacht. Vermutlich verwendet er schockierende Bilder, um den dunklen Verstand dahinter zu unterstreichen. Aber als Uday buchstäblich die Eingeweide des Freundes seines Vaters über einen Esstisch spuckt, gibt 'The Devil’s Double' die Glaubwürdigkeit zugunsten einer einfachen Albernheit auf.

Tamahoris Filmographie, zu der auch 'xXx: State of the Union' gehört, deutet darauf hin, dass er für das Material nicht geeignet ist. David O. Russells 'Three Kings' brachte erfolgreich ein amerikanisches Genre in den Irak, ohne das Setting zu vereinfachen. 'The Devil’s Double' hingegen bestätigt die groben, eindimensionalen Charaktertypen, die immer noch die westliche Vorstellungskraft beherrschen.

Yahias kurzer Artikel für Newsweek, der letzte Woche veröffentlicht wurde, ist viel besser geeignet, die Erfahrung zusammenzufassen, einem verrückten Mann unterwürfig zu sein. Er schließt mit der Diskussion über die verpasste Chance auf Gerechtigkeit, die mit dem plötzlichen Tod von Uday einherging. 'The Devil’s Double' hat keine solche Subtilität. Es handelt sich nur im abstraktesten Sinne um ein zeitgenössisches Stück, das eine Zeit widerspiegelt, als das Regime von Sadaam Hussein noch Feind Nummer eins war. Passenderweise spielt es sich wie ein ahnungsloser Albtraum.

criticWIRE-Note: D

WIE WIRD ES SPIELEN? Lionsgate setzt große Hoffnungen auf den Film, insbesondere aufgrund von Coopers engagierter Leistung, aber schlechte Kritiken und eine weniger marktfähige Handlung werden ihn wahrscheinlich davon abhalten, zu viel Schwung zu gewinnen.



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