Kritik zu 'The Invitation': Karyn Kusamas bester Film seit 'Girlfight'


Vor sechzehn Jahren machte Regisseur Karyn Kusama mit „Girlfight“ einen verblüffenden ersten Eindruck. Nichts, was sie seitdem gemacht hat, stimmt mit dieser anfänglichen Leistung überein - eine packende feministische Boxgeschichte, in der die Teenagerin Michelle Rodriguez eine wütende Erwiderung auf den Sexismus entfacht, der sie umgibt, mit etwas mehr als ein finsterer Blick (und dann steigt sie in den Ring). In den folgenden Jahren hat Kusama die viszerale Intensität ihrer Eröffnungsarbeit auf traditionellere Brillen übertragen. Die dystopische Action-Fantasie von 'Æon Flux' und die High-School-Horror-Show 'Jennifer's Body' haben beide unorthodoxe Frauen als Protagonisten hervorgehoben, aber der progressive Fokus konnte ihre halbherzigen Geschichten nicht verschleiern.

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Mit „The Invitation“ ist Kusama zu einem subtileren Register zurückgekehrt. Nachdem sie die Formeln mehrmals überarbeitet hat, geht sie schließlich in eine überraschende Richtung.



Während „The Invitation“ technisch gesehen ein Thriller ist, der sich für seinen dritten Akt in die Enge treibt, behält er eine einzigartige Intrige bei, die sich ständig den Erwartungen entzieht. Der Film spielt in einem palastartigen Haus in den Hollywood Hills, wo ein Dinner-Party-Wiedersehen eine Reihe von gruseligen Wendungen nimmt. Dabei trifft der bärtige Will (Logan Marshall-Green) zusammen mit seiner Ex-Frau Eden (Tammy Blanchard) auf Assorted Freunde und ihre Partner mehrere Jahre nach einem traumatischen Ereignis. Die Einzelheiten dieses Ereignisses sind für einen Großteil der Geschichte unklar, aber sie sind auch irrelevant. Kusama hinterfragt Emotionen und Einstellungen, indem er sie von zu vielen Details isoliert.

Es ist ein Zeichen der Zukunft, wenn Will auf dem Weg zum Haus versehentlich einen Kojoten tötet. In „The Invitation“ geht es vor allem um den desorientierenden Effekt plötzlicher Ereignisse. 'The Invitation' spielt fast ausschließlich in der Nähe des Zuhauses - wo er früher lebte - und führt seltsame Gespräche, die von harmlosen Partygesprächen zu dunkleren Möglichkeiten führen.
Während Will den Motiven seiner alten Kohorten zunehmend misstrauisch wird, tauchen unbekannte Personen auf, und die Art der Zusammenkunft wird immer mysteriöser. Noch bevor sie über ihre Faszination für einen spirituellen Guru sprechen, der eine gruselige Obsession für den Tod hegt, hat die Art und Weise, wie die Gruppe Will und seine derzeitige Frau (Emayatzy Corinealdi) im Wohnzimmer umgibt, eine gewisse kultische Qualität. Kusama und ihre Drehbuchautoren (Ehemann Phil Hay und Matt Manfredi) scheinen darauf hinzudeuten, dass Gruppendynamik die Fähigkeit besitzt, den individuellen Ausdruck herauszudrücken. Zusammengeklebt kommen sie möglicherweise nicht alle miteinander klar. Das Haus, anfangs ein sicherer Ort für Menschen, die Katharsis aus einem unruhigen Dasein suchen, fängt sie stattdessen darin ein.

Während die Messlatte für falsch gelegte Wiedervereinigungen 'The Celebration' ist, suggeriert Kusamas abstrakter Ansatz Michael Hanekes 'Funny Games' mit Harold Pinters 'The Birthday Party' (mit einem Hauch von Ti Wests Jonestown-inspiriertem 'The Sacrament'). Manchmal ziehen sich der humorlose Ton und die mäandrierenden Gespräche hin, aber eine Expertenbesetzung behält den Sinn für Rätsel im Spiel. Während Marshall-Green vor allem wütend auf Gleichaltrige aussieht, liefert Blanchard eine wunderbar unheimliche Wendung als sein geistig instabiler Ex. Michael Huisman wird mit einer seltsam charismatischen Darstellung de facto zum Ausrichter des Verfahrens, auch wenn er den ganzen Raum zwingt, sich ein Todesvideo anzusehen.

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Und dann gibt es die unbekannten Variablen, die dazu eingeladen wurden, sich dem Shindig anzuschließen: Lindsay Burdge („A Teacher“) ist eine nervenaufreibende Femme Fatale, die versucht, mit jedem Blick zu verführen, während der stets engagierte John Carroll Lynch einen anderen seltsamen Besucher darstellt, der eindeutig psychopathische Tendenzen hat von dem Moment an geht er durch die Tür. Sein gelegentliches Eingestehen eines kriminellen Hintergrunds im Rahmen eines scheinbar harmlosen Partyspiels ist einer der Höhepunkte, als das ziellose Geschwätz plötzlich todernst wird.

Letztendlich suggeriert „The Invitation“ die Idee einer verlockenden Prämisse, die es nie ganz gibt. Der seelensuchende Dialog fühlt sich oft schwerfällig an, und sobald Kusama den Gang für das blutige Finale wechselt, ergibt das Laufen und Schreien automatisch eine geringere Art von Film, der in die Erzählung eingepfercht ist. Aber es hat immer noch genügend Gewinn, mit einem unvergesslichen Schlussschuss, der ein noch breiteres Bild des Wahnsinns im Spiel zeichnet.

Wenn Kusamas Filme bisher ein einziges Thema haben, das sie alle miteinander verbindet, ist das Leben ein beständiges Schlachtfeld, unabhängig von den Einzelheiten. Das macht 'The Invitation' zu ihrer endgültigen Aussage, da es auf dem Vorschlag beruht, dass das Überleben einer turbulenten Erfahrung nur zu mehr derselben führt.

Note B

'The Invitation' erscheint diesen Freitag in den Kinos und im VOD.
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