Berlin Review: Wim Wenders 'Alles wird gut' ist eine große Enttäuschung

In den Eröffnungsmomenten von „Every Thing Will Be Fine“ ist etwas verkehrt. Mit einem leicht gruseligen Streich- und Klavierstück von Alexandre Desplat suggeriert die Sequenz ein altmodisches Krimi in einem solchen Ausmaß, dass der Film schließlich den Titel trägt es fühlt sich wie ein falsches Versprechen an.



Obwohl Variationen des gleichnamigen Satzes in den ersten zehn Minuten nicht weniger als dreimal ausgesprochen wurden, ist in Wim Wenders neuestem Spielfilm, in dem ein tödlicher Unfall eine Reihe von Menschen im folgenden Jahrzehnt verbindet und verfolgt, nicht alles in Ordnung.

Tomas (James Franco) ist ein Romanautor, der eines schneebedeckten Nachmittags von der Arbeit nach Hause fährt, einen Jungen niederschlägt und ihn mit seinem Bruder auf dem Schlitten tötet. Kurz danach überlebt Tomas einen Selbstmordversuch, beendet seine kinderlose Beziehung mit der langleidenden Sara (Rachel McAdams) und zieht Jahre später zu Ann (Marie-Josée Croze) und ihrer Tochter Mina. Als er zum Unfallort zurückkehrt, freundet er sich mit der Mutter des Opfers, Kate (Charlotte Gainsbourg), und schließlich mit ihrem überlebenden Sohn Christopher (Robert Naylor) an. Währenddessen beginnt seine Karriere als Schriftsteller, die durch seine erschütternde Erfahrung scheinbar erneuert wird. Adleraugen werden bemerken, dass einer von Tomas 'Romanen 'Nowhere Man' heißt, eine Anspielung auf den belgischen Spielfilm des Drehbuchautors Bjørn Olaf Johannessen aus dem Jahr 2008.



'Every Thing Will Be Fine' entfaltet sich in einem elliptischen Zeitrahmen. häufige Überblendungen schließen Szenen an unpassenden Stellen ab; Dialogaustausche scheinen in erster Linie darauf ausgerichtet zu sein, eine undurchsichtige Atmosphäre zu bewahren und nicht den Charakter zu fördern. An einem besseren Tag hätte dies an Atom Egoyan auf seinem Höhepunkt erinnern können - die winterliche Kulisse und die latenten Traumata, die durch einen außergewöhnlichen Vorfall ausgelöst wurden, erinnern zweifellos an das „süße Jenseits“. Aber die kreativen Entscheidungen von Wenders und Co. haben hier zu einer Arbeit geführt, die leider zum Spott einlädt. Bei der ersten Pressevorführung der Internationalen Filmfestspiele Berlin, die ebenfalls mit einem verdammt tokenistischen Applaus endete, erklang an mehreren Stellen Guffaws.



Es ist eine bedauerliche Ironie, dass Wenders einen Film gedreht hat, der sich wie ein falsches englischsprachiges Remake eines anderen Regisseurs abspielt und mehr als ein echtes Produkt ist. Nach diesem Beweis würden Neuankömmlinge, wenn sie gefragt würden, annehmen, dass der 69-jährige Deutsche „Stadt der Engel“ und nicht „Wings of Desire“ ist - wobei die Maudlin-Sonne des früheren Werks hier durch eine humorlose Kälte ersetzt wird. Aber vielleicht ist es unfair, einen Regisseur so hoch zu halten wie in der Vergangenheit, und ab einem bestimmten Punkt ist es schwierig, über einen Fehlzünder dieser Ordnung zu schreiben, ohne dass die Kritik nach Vorurteilen klingt. Trotzdem wirft der Film Fragen auf.

Es ist möglich, dass 'Every Thing Will Be Fine' zu einem Fehler wird, dass das Ausgraben seiner tieferen Bedeutungen absichtlich behindert wird, anstatt durch seine lässige Atmosphäre ermöglicht zu werden. Eine lächerlich hölzerne Wendung von Franco ist heutzutage keine Enttäuschung, aber das Ausmaß, in dem seine monotone Faulheit den Rest des Bildes befällt, lässt auf katastrophal niedrige Erwartungen seitens seines Regisseurs schließen. Während das Maß eines Filmemachers oft die Aufführungen sein können, die sie von jüngeren Darstellern entlockt, muss hier gesagt werden, dass die von Robert Naylor als 17-jährigem Christopher und Lilah Fitzgerald als Anns Tochter Mina schockierend flach sind - war es ist so uninspirierend, gegen Franco aufzutreten

Diese Probleme werden durch die Entscheidung verschärft, dass McAdams ihre Zeilen mit einem nicht wahrnehmbaren ausländischen Akzent ausliefert, während Gainsbourg im Wesentlichen auf leere Blicke in der Ferne reduziert ist und durch ihren Dialog krächzt, während Kate Stillleben-Illustrationen zeichnet, um die Tage zu vertreiben. Dieses letztere Detail ist eines von mehreren, deren Einbeziehung mehr als aufschlussreich ist. Außerdem spitzt sich ein Aberglaube zu, der etwas in der Luft liegt, als Kate einen Zusammenhang zwischen dem Schreiben eines Namensschilds in die Jacke ihres toten Sohnes Tage vor seinem Tod sieht, während Tomas viel später einen ungewöhnlichen Jahrmarktunfall vorauszusehen scheint Film.

Aus diesen Dingen wird nicht viel gemacht, und sie finden so viel narrative Rechtfertigung wie Wenders neugierige Entscheidung, einen Film in 3D zu drehen, der nicht weiter von einem bildbasierten Spektakel entfernt werden könnte. Spekulationen über die scheinbar selbsttragende finanzielle Situation der alleinerziehenden Mutter Kate bieten reichlich Anlass zum Nachdenken in einem ansonsten betäubend provokationsfreien Drama.

Die vielleicht unpassendste Szene von allen ist die, in der Tomas Mina eines Tages von der Schule auf einem ländlichen Flussweg nach Hause führt. Ihre Unterhaltung dreht sich um ein Wort, auf das Tomas Mina früher aufmerksam gemacht hatte und das im alltäglichen Gespräch überstrapaziert und buchstäblich bedeutungslos ist. Auf den ersten Blick scheint dieses Wort „wie“ zu sein, denn Mina scheint zu sagen, wie oft sie möchte. Nach dem Nachdenken könnte das Wort aber auch „gut“ sein - das Adjektiv, das alle unsere emotionalen Zustände umfasst, ob angefüllt, fröhlich oder sogar leer. In der Tat ein guter Film!

schwarzer Montag Bewertung

Note: D

„Every Thing Will Be Fine“ wurde diese Woche bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin uraufgeführt. Derzeit wird der Vertrieb in den USA angestrebt.



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