Abel Ferraras '4:44 Last Day on Earth' ist die optimistische Alternative zu 'Melancholia'

Abel Ferraras Filme spielen oft in einer Welt, die von destruktiven Tendenzen geprägt ist, die von Korruption und Perversion bis hin zu katholischer Schuld reichen. '4:44 Last Day on Earth', Ferraras erste New Yorker Produktion seit zehn Jahren, setzt diese Fixierung noch weiter fort, indem er sich das Ende der Welt vorstellt. Mit einem kryptischen, mäanderförmigen Stil präsentiert Ferrara seine überraschend zurückhaltende apokalyptische Vision als therapeutischen Prozess. Es ist wahrscheinlich seine persönlichste Arbeit und ironischerweise die lebensbejahendste in einer Karriere, die von Wut und Schmutz geprägt ist. Ferrara ist weich geworden, ohne ausverkauft zu sein.



[Anmerkung der Redaktion: Eine Version dieser Rezension wurde ursprünglich während des New Yorker Filmfestivals veröffentlicht. '4:44 Last Day on Earth' erscheint diesen Freitag in limitierter Kinoveröffentlichung.]

Für die Mehrheit von '4:44' verbringen der erfolgreiche Schauspieler Cisco (Willem Dafoe) und seine junge Malerfrau Skye (Shanyn Leigh, Ferraras echte Freundin) die letzten Stunden in ihrem geräumigen Loft in der Lower East Side. Die globale Erwärmung hat ihren Tribut gefordert („Al Gore hatte Recht“, schließt jemand) und die zurückgehende Ozonschicht bedeutet, dass der gesamte Planet in der frühen Morgenstunde des Titels abbrennt.



Skye Lobs malt auf Leinwänden, die sich über ihren Boden erstrecken, und schafft Kunst, die genauso bedeutungslos ist wie die kurze Zeit, die das Paar auf dem Planeten verbracht hat. In der Zwischenzeit durchläuft Cisco Stimmungen, die von regelrechter Wut bis hin zur Resignation reichen. Er telefoniert ein paar Mal mit Skype und zaubert digitale Bilder von seiner Ex-Frau und seiner Tochter im Teenageralter, um den letzten Versuch der Besserung zu wagen. Von ihrem Dach aus löst er Obszönitäten bei anderen Mietern aus und murmelt Frustrationen gegen den Wind. Eine anhaltende Drogenabhängigkeit droht sich ein letztes Mal zu zeigen. Skye ist abwechselnd in Frieden und beschämt, nimmt ihre Wut auf Cisco, während sie ihn nah hält. Das Ende ist nahe, aber das Paar muss viel Gepäck entladen.



Das Szenario hat in Don McKellars Drama 'Last Night' von 1998, in dem die letzten sechs Stunden für eine Reihe von meist jungen, hippen Leuten im Mittelpunkt stehen, einen Präzedenzfall gefunden. aus dem film wird eine konventionelle wohlfühlromantik. Im Gegensatz dazu hat Ferraras Film ein eigenes Genre.

Anders als das Science-Fiction-Territorium der erstklassigen Horrorbemühungen des Regisseurs, 'Body Snatchers', verspottet '4:44' gleichzeitig die Welt und umarmt sie. Die Technologie, die mit der Zeit immer nutzloser wird, wirbelt um die Figuren: Computer, Handys und Ausschnitte aus Medienberichten umfassen ihre Umgebung, bis zum Finale alles dunkel wird. Schon früh bekommt der Film eine traumhafte Qualität mit einer Sexszene, die komplett in Nahaufnahmen gedreht wurde. Später meditieren sowohl Skye als auch Cisco und der Film geht mit ihnen in Trance. Das Ende der Welt bietet zahlreiche Möglichkeiten, es zu schätzen. Dies ist der Inbegriff des New Yorker Filmemachers nach dem 11. September, der sich dem Chaos verschrieben hat.

Infolgedessen drehen sich persönliche Gespräche um ein allgemeines Desinteresse am Schicksal des Planeten. 'Es hat von Anfang an ein Ende', sagt Ciscos schäbiger Drogendealer, der seine letzten Stunden damit verbringt, Leitungen zu machen. Skyes Mutter bietet ihrer Tochter einen sanfteren Rücktritt an: „Sie haben alles getan, um ein Gesicht in dieser Welt zu bekommen, die sie zerstört haben.“ Diese dialoggesteuerten Austausche bilden das Herzstück des Films, an dem immer wieder gewagt wird Tiefe trotz einer unberechenbaren und verwirrenden Flugbahn.

Lars Von Triers „Melancholia“ (Melancholie) von Trier ist ein weiterer existenzieller Film über das Ende der Welt kraftvolles epos, möglicherweise seine schönste leistung, während ferrara auf etwas viel kleineres abzielt. Trotzdem haben die beiden Filme viel gemeinsam. Hauptsächlich nutzen sie die Kulisse, um bestimmte Ängste und Ängste zu erkunden, anstatt diese Emotionen anzuwenden, um eine umfassendere Geschichte zu erzählen. Während jedoch sowohl '4:44' als auch 'Melancholia' die Suche nach Trost in der bevorstehenden Zerstörung untersuchen, feiert nur Ferrara den Prozess.

criticWIRE-Note: A-

ungerade Thomas Trailer

WIE WIRD ES SPIELEN? Von Sundance Selects aufgegriffen Kurz nach seiner Premiere in Venedig ist „4:44“ vielleicht kein großer kommerzieller Erfolg, aber Ferrara hat genug Anhänger, um den Film in einer begrenzten Kinoveröffentlichung aufrechtzuerhalten.



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